28er, 27,5er, 26er und Co.

28er ist nur eine der vielen Laufradgrößen. Der Fahrradmarkt bietet sehr viele Varianten, die auf den ersten Blick verwirrend erscheinen können. Wir werden versuchen Euch einen Überblick über die Vor- und Nachteile der einzelnen Laufradgrößen zu verschaffen.

Es gibt zwei Laufradgrößen, die heute für ein Zweirad sinnvoll sind. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer der Gründe ist die Verfügbarkeit und die Vielfalt der angebotenen Reifen auf dem Fahrradmarkt und damit im gewöhnlichen Fahrradladen. Es handelt sich dabei um 26er und 28er Laufräder. Die Zoll Angaben sind häufig irreführend, besonders im Zusammenhang mit der 26er Grösse. Die E.T.R.T.O-Norm (European Tyre and Rim Technical Organisation) beschreibt die Reifen- / Felgengröße perfekt und schließt jeden Irrtum aus. In diesem Artikel bezieht sich die Angabe 26zoll auf 559 E.T.R.T.O. und 28er auf 622 E.T.R.T.O.

26er für die Welt

Man muss erwähnen, daß 26er in der Welt wesentlich weiter verbreitet sind als die 28 Zoll Laufräder. Sollte man mit dem Gedanken spielen eine Radreise um die Welt oder oder eine Bikepacking Radtour durch die wilden Wälder Sibiriens zu unternehmen ist ein Bike mit 26 Zoll Laufrädern die bessere Wahl. In unseren Augen überwiegen die Vorteile der 26″ Räder gegenüber den 28er Rädern deutlich. Diese bieten höhere Stabilität und Steifigkeit, durch die engere Anordnung der Speichen und den optimalen Winkel zwischen Speiche und Felge. Bei der Verwendung gleicher Materialien ist ein 26er Laufrad leichter als sein 28er Artgenosse. Sie ermöglichen eine kompaktere Geometrie. Dadurch können wendigere und steifere Bikes entstehen. Die Laufradgröße 559 ist die erste Wahl für tengu bike.

28er für Europa

28er (622) Laufräder sind in den Industrieländern Europas seit Jahren vertreten und werden aus unerklärlichen Gründen, wie z.B. Tradition, am Leben erhalten. Sobald man die Grenzen Europas verlässt, sinkt die Verfügbarkeit rapide. Technische Vorteile gegenüber den 26er Artgenossen erschließen sich uns nicht wirklich. Die Vorteile sind einzig ästhetischer Natur. Das Erscheinungsbild eines klassischen italienischen Rennrads sucht natürlich seines Gleichen. Das ist den Proportionen zu verdanken und die 28er Laufräder sind deren essentieller Bestandteil. Daneben erscheint ein 26er Triathlon Rennrad wie ein dackelbeiniger Windhund.

29er ist 28er

29er ist das beste Beispiel für die irreführenden Zoll – Bezeichnungen der Laufradgrößen. 28 Zoll und 29 Zoll sind eine und die selbe Größe, nämlich E.T.R.T.O. 622mm. Die Einführung dieser Placebo Größe war ein gelungener Versuch der Fahrradindustrie 28Zoll in der Mountainbike Welt zu etablieren. Die vermeintlichen technischen Vorteile sind sehr gut vermarktet worden und haben einige Abnehmer gefunden. In keiner anderen Disziplin macht diese Laufradgröße so wenig Sinn wie hier. Trotz der rasanten Entwicklung im Bereich der Felgen und der Verwendung immer besserer Materialien, fühlen sich die meisten 29er ab einer bestimmten Beanspruchung extrem labberig an. Wie man es dreht und wendet bleiben die Eigenschaften der 26er unerreichbar.

27,5er

Die technischen Eigenschaften der 27,5er kommen den der 26er am nähsten. Allerdings gibt es nicht eine so große Vielfalt an angebotenen Reifen für diese Größe. Man könnte fast meinen, daß der Trend wieder vom 29er zum 26er geht. Wie kommt man nur darauf und wieso?

20er für das Cargobike

Diese Laufradgröße wird Konstruktionsbedingt gerne für Cargobikes und Liegeräder verwendet. Aufgrund ihrer extrem hohen Stabilität sind 20 Zoll Laufräder immer noch eine feste Größe im BMX Bereich. Sie findet auch Verwendung bei Kinderrädern.

28er mit Lederhose und Filzhut

Als Fazit kann man sagen, daß die technischen Eigenschaften und die Vielfältigkeit der 26 Zoll Laufräder in der Summe allen anderen Laufradgrößen überlegen sind. Die meisten anderen Laufradgrößen sind irgendwelchen Hirngespinsten a la Tradition geschuldet. Nur in Ausnahmefällen können sie sinnvoll sein und bieten einen Mehrwert.

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