Brooks, Selle Italia, Fizik und Co.

Brooks, Selle Italia, SQ Lab, Fizik, Selle Royal oder doch ein Ideale? Welcher Sattel ist der Richtige für mich? Das Thema Sattel gehört zu den leidigsten Themen in der Fahrradwelt. Jeder, der täglich mehr als 15 Minuten auf dem Fahrrad sitzt, weiß, daß mit dem richtigen Sattel alles steht oder fällt.

Es gibt nahezu unendlich viele Sättel auf dem Fahrradmarkt und jeder Sattel folgt seinem eigenen Konzept. Jeder Hersteller versucht sein Produkt als das Beste anzupreisen und an den man zu bringen. Aus der Sicht von tengu bike gibt es nicht Den besten Sattel. Jeder Hintern ist anders als der andere. Der Abstand der Sitzbeinhöcker und ihre unterschiedlichen Formen ergeben eine endlose Anzahl an Variationen. Bei Männern spielt zusätzlich die Position der Prostata eine entscheidende Rolle.

Brooks für das Hollandrad

Das anfängliche Kriterium für die Wahl des richtigen Sattels ist die Sitzposition. Je nach dem ob es sich um ein Rennrad, Mountainbike, Trekkingrad oder Hollandrad handelt, sitzt der Fahrer aufrecht oder weiter nach vorne gebeugt. Je aufrechter die Sitzposition ist desto größer sollte die Sitzfläche sein. Zudem sollte der Sattel über eine sehr komfortable Federung und Dämpfung verfügen. Die Funktion der Federung können Stahlfedern, Elastomere, Luftpolster oder eine Gelschicht innerhalb der Sitzfläche übernehmen. Elastomere und Gel bieten zudem eine gute Dämpfung. Bei einer aufrechten Sitzposition wie bei einem Hollandrad, wird das meiste Gewicht des Oberkörpers vom Sattel getragen. Deshalb ist es sehr wichtig, daß der Sattel dem Fahrer den notwendigen Komfort bieten kann. Andernfalls fängt die Wirbelsäule des Fahrers die Stöße auf.

Mit Brooks und Reiserad um die Welt

Auf einem Trekkingrad sitzt der Fahrer etwas weiter nach vorne gebeugt und der Oberkörper stützt sich geringfügig auf den Armen ab. Der Sattel muss, in diesem Fall, nicht so viel Gewicht wie bei einer aufrechten Sitzposition tragen. Deshalb kann auf aufwändige Federelemente, zum Teil, verzichtet werden. Zudem sollte die Nase des Sattels etwas schmaler ausfallen damit sie keine Scheuerstellen an der Oberschenkel Innenseite zu verursacht. Dennoch bleibt der Fahrkomfort bei einem Sattel für das Trekkingrad und das Reiserad das oberste Gebot. Für lange Fahrradtouren auf der Straße sowie Bikepacking Touren durch die Wildnis ist ein guter Sattel unerlässlich. Bei moderaten Sitzpositionen wie dieser kommt ein weiterer Faktor ins Spiel. Der Fahrkomfort wird deutlich erhöht, wenn die linke und die rechte Hälfte des Sattels sich unabhängig von einander bewegen können. Bei der Trittbewegung bewegen sich die Sitzbeinhöcker immer in die entgegengesetzte Richtung zu einander. Es ist wichtig, daß die Oberfläche des Sattels die Bewegung der Sitzbeinhöcker nicht behindert. Bei einer Sitzfläche und zwei Sitzbeinhöckern gestaltet sich die Lösung des Problems als schwierig. Die Lösung sind Sättel deren Sitzfläche aus zwei Teilen besteht, die sich unabhängig von einander bewegen können. Die Sättel der Firma Brooks mit dieser Konstruktion tragen in ihren Namen die Zusatzbezeichnung „Imperial“. Solche Sättel gehören fest zu der Produktpalette der meisten Hersteller und sind in fast jedem Fahrradladen zu finden. Ein weiterer Vorteil dieser Konstruktion ist die Aussparung in der Mitte der Sitzfläche, die als Belüftungskanal fungiert und den Druck auf den Damm minimiert.

Kein Brooks für das Rennrad

Ledersättel wie Brooks, Lepper, Ideale und Co. sind aus Gewichtsgründen für ein Rennrad oder gar ein Mountainbike meist ungeeignet. Gerade im sportlichen Bereich wird die Wahl des richtigen Sattels zu einem wahren Wissenschaftszweig erhoben. Firmen wie Fizik, SQLab und Selle Italia haben eigene Forschungsabteilungen angeheuert um Profi Sportler zu begleiten und Daten zu sammeln. Die Auswertungen haben z.B. bei Fizik Folgendes ergeben: Es gibt drei Fahrer Typen. Snake, Chameleon und Bull. Die Zuordnung zu der jeweiligen Gruppe orientiert sich an der Rotationsfähigkeit der Hüfte und der allgemeinen Flexibilität des Körpers, besonders des Oberkörpers. SQ Lab schwört auf die „Sitzknochenvermessung“ und das Stufensattel Konzept. Jeder Hersteller hat seinen eigenen Ansatz um mit der Problematik der richtigen Sattelwahl umzugehen. Unsere Erfahrung hat uns gezeigt, daß man diese Konzepte als eine willkommene Orientierung benutzen kann, aber keinesfalls als die absolut geltende Formel ansehen sollte. dZoni hat 17 Sättel getestet bis er seinen Sattel gefunden hat. Simon begibt sich gerade auf die Suche.

Als Fazit bleibt zu sagen, daß man sich den richtigen Sattel erfahren muss. Dies kann sehr kostspielig, zeitaufwendig und schmerzhaft werden. Im nächsten Beitrag werden wir Euch noch einige Sattel Konzepte vorstellen und versuchen deren Vor- und Nachteile erläutern. Stay tuned!

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