Erst das Bike und dann die Fahrradtour

Voraussetzung für jede erfolgreiche Fahrradtour ist ein gut funktionierendes Fahrrad. Vor einer Tour sollte man das Bike einem gründlichen Fahrradcheck unterziehen. Es gibt einige Aspekte, die zu beachten sind.

Vor der Fahrradtour kommt der Check

Nahezu jede Schraube an einem Fahrrad ist sicherheitsrelevant. Deshalb sollten alle Schrauben auf den richtigen Drehmoment überprüft werden. Dieser wird mit der Einheit Nm angegeben. Die Nm Angaben sind entweder auf den Komponenten selbst eingeprägt oder man muss sie bei dem Hersteller erfragen. Sich dabei auf das eigene Gefühl zu verlassen wäre falsch bis grob fahrlässig. Viele moderne Komponenten darf man mit Drehmomenten wie z.B. 4,5 Nm, 5,4 Nm oder 6,2 Nm festziehen. So präzise Drehmomente kann niemand mit seiner Hand abschätzen. Mit einem Drehmomentschlüssel ist das Einstellen des richtigen Drehmoments ein Kinderspiel und es ist die einzig richtige Möglichkeit. Die Überschreitung der Nm Angaben, kann zu Materialversagen führen. Das wiederum kann schwerste Verletzungen zur Folge haben.

Laufräder und Reifen

Die Speichenspannung sollte sich im optimalen Bereich befinden und die Felgen sollten auf Höhenschläge, Seitenschläge, Verschleiß und Risse überprüft werden. Die Reifen dürfen nicht porös sein oder Beschädigungen des Gewebes aufweisen. Das Profil muss noch tief/hoch genug sein. Größere Löcher im Reifen sind ein Grund ihn auszutauschen. Sind die Schläuche zu alt dann sollte man sie lieber auswechseln. Alle Lager sollten butterweich laufen und das Lagerspiel muss bei Konus Naben richtig eingestellt sein. Sonst schleicht sich sehr schnell das Gefühl ein, daß man mit angezogener Handbremse fährt. Die Schnellspanner oder die Achsmuttern sollten auf ihre Funktionsfähigkeit und Unversehrtheit überprüft werden.

Antrieb: Kettenschaltung und Nabenschaltung

Die Kette, das Ritzel / Kassette und die Kettenblätter müssen auf Verschleiß überprüft und ggf. ausgewechselt werden. Getriebe wie Rohloff, Alfine 11 Gang und Pinion könnte man warten lassen. Das Tretlager muss entsprechend festgezogen sein und butterweich laufen. Für die Pedalen gilt Selbiges. Die Bremsbeläge müssen noch genug Reserven bieten. Die meisten Bremsbeläge haben einen Verschleißindikator. Dieser macht unmissverständlich klar ob die Beläge noch fahrbar sind oder nicht. Die Bremszüge dürfen an keiner Stelle Korrosionsspuren aufweisen und sie müssen vollständig sein. Ein aufgezwirbelter Stahlfaden vor der Zugklemmung ist ein Grund für den Wechsel. Für Schaltzüge gilt dies auch. Die Aussenhüllen der Brems und Schaltzüge dürfen keine Korrosionsspuren aufweisen, nicht geknickt oder gequetscht sein und die Ummantelung muss intakt sein. Die Griffe müssen fest am Lenker sitzen und dürfen sich nicht bewegen lassen.

Das sind ganz schön viele Muss, Solls und Darfs. So ein Check hört sich sehr aufwändig an. Er ist es aber nicht. Eine ausgiebige Inspektion des Bikes vor den Fahrradtouren lohnt sich in jedem Fall. Sie minimiert das Risiko einer Panne stark. Es gibt nichts ärgerlicheres als Materialversagen während einer Etappe.

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