Damenfahrrad und das richtige Gummi

Damenfahrrad mit dem richtigen Gummi – So absurd wie der Titel ist häufig die Diskussion über den richtigen Reifen. Man könnte fast denken, daß es eine ganze Industrie gibt, die dafür zuständig ist Fahrradmythen zu entwerfen und sie hinaus in die Welt zu streuen. In diesem und folgenden Beiträgen widmen wir uns einigen dieser Fahrradmythen.

Der Reifen hat doch gar kein Profil! Da rutschst du doch alle Nase lang weg.

Diesem Aberglaube begegnet man an jeder Ecke.

Tatsache ist, daß für die Traktion eines Reifens auf der Straße in erster Linie die Gummimischung, die Größe der Fläche mit der der Reifen auf der Fahrbahn aufliegt und die Fahrbahnbeschaffenheit zuständig sind. Dies gilt auch auf nasser Fahrbahn! Jeder Bremer kennt das Risiko bei Regen die Strassenbahnschienen zu überqueren. Dabei hilft auch kein Profil. Nasse Schienen sind für alle Reifen zu glatt.

Egal ob Damenfahrrad oder Rennrad…

Die meisten Rennrad Reifen sind Slicks oder haben ein Profil, das eher eine kosmetische Funktion erfüllt als alles andere. Man bedenke, daß bei der Tour oder dem Giro die Fahrer mit teils über 100 km/h die Bergpässe runter donnern. Das macht es mehr als deutlich, daß diese Höchstleistung unter anderem auch durch den Verzicht auf das Profil möglich wird. Ein Slick liegt mit einer grösseren Fläche auf der Fahrbahn und bietet so mehr Grip (mehr Sicherheit). Hinzu kommt, daß durch die konvexe Form des Reifens das Wasser ohnehin nach außen verdrängt wird. Zudem hat er messbar bessere Werte im Bereich der Aerodynamik was ihn deutlich schneller macht. Für alle Fahrräder, die auf der Strasse bewegt werden wie z.B. das Cityrad, Trekkingrad, Rennrad, Damenfahrrad usw. ist das Profil zweitrangig.

Nicht egal bei Mountainbikes, Reiserädern, CycloCrossern…

Im Gelände sieht das ganz anders aus. Durch den losen Untergrund muss der Reifen Profil haben um die notwendige Traktion zu gewährleisten. Je nach Einsatzgebiet kann das Profil auf dem Reifen stark variieren.Während ein X Country Reifen mit recht wenig Profil auskommt, hat ein Downhill Reifen wesentlich grössere Stollen und häufig mehr Volumen damit er dem Fahrer bei großen Geschwindigkeiten und Sprüngen/Landungen die notwendige Traktion bieten kann. Bei Untergründen wie Eis und Schnee sind das Profil und die Breite des Reifens wichtig. Bei Schnee ist eine größere Aufliegefläche vorteilhaft, während bei Eis nur Spikes wirklichen Grip bieten können. Dazu sei gesagt, das Reifen mit Spikes in Bremen wenig Sinn machen. Der Bremer Winter beschränkt sich auf zu wenige Schneetage. Es stellt eher ein Risiko dar mit den Spikes über den Asphalt zu rollen.

Die Qualität eines Reifens wird durch viele Faktoren wie z.b. die Gummimischung, das Gewicht, die TPI (Fasern pro Zoll/Gewebedichte), die Form des Reifens und des Profils beeinflusst. Je nach Einsatzgebiet wird verstärkt Wert auf bestimmte Eigenschaften gelegt. Es gibt nicht „den Reifen“. Dazu mehr in der nächsten Folge.

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