Mein erstes Rennrad ähem Randonneur [Gastartikel]

Ich, Benny, bin ein recht ordentlich frequentierter Computerhandlanger (liebevoll auch Computerrobert [#nooffense] genannt) im Bremer Raum.

Das heißt ich fahre zu Kunden und installiere das Internet, repariere Computer oder erkläre mal wieder warum Windows XP nicht mehr unbedingt zum Banking benutzt werden sollte. Ich fahre an guten Tagen also von A nach B, oder von Pontius zu Pilatus und zurück. Früher viel mit der Bahn und zu Fuß, mittlerweile aber auch gern mit dem Fahrrad. Von Dzoni habe ich vor Jahren einmal eine Gazelle übernehmen können, die bis heute noch tadellose ihren Job verrichtet. Nur war es einfach mal an der Zeit diese neu lackieren zu lassen, natürlich auch, damit sie sich von den ganzen anderen Hollandrädern in Bremen abhebt. Ist ja schließlich ne coole Gazelle, sie gehört ja auch mir.

Ein Fahrrad?!

Glücklicherweise hat mir Dzoni der Strolch, schon im Februar ein weiteres Fahrrad vermacht. Diesmal als Geschenk, was ich erstens niemals für möglich gehalten hätte und zweitens tief in die Seele dieses generösen und gutherzigen Menschen blicken lässt. Ich kam an meinem Geburtstag in mein Zimmer und da stand dieses famose Bike. Ein wunderschönes Randonneur aus den 80er Jahren. Der Lack ist bestens erhalten und auch sonst sieht das Fahrrad aus wie frisch ausm Werk.

Total ungläubig lese ich also auf dem Zettel, der an diesem Fahrrad hängt, dass Dzoni es mir auch, für das Entwerfen seines Logos schenkt, was nebenbei gemerkt für mich sowieso mehr freundschaftliche Pflicht gewesen ist als alles andere. Auch kunstvoll geschwungene Schrift auf dem Zettel fällt sofort ins Auge, es ist auch Ausdruck eines kreativen und präzisen Feinsthandwerkers, was er in meinen Augen auch definitiv ist.

Ich und Rennräder?

Was Dzoni aber von mir wusste, dass ich quasi auf Kriegsfuß mit Rennrädern stehe. Ich saß des Öfteren auf dem ein oder anderen und kam mir immer etwas komisch vor. Auf einer Gazelle, oder insgesamt auf Hollandrädern, sitzt man ja eher wie der König von Spanien, aufrecht und gerade, kurz vor der Krönung. Auch die Reifen sind bei einem Gefährt wie der Gazelle dick wie nichts Gutes aber fahren sich auf den Bremer Buckelpisten, auch genannt Straßen, sehr angenehm.

Nun steht auf einmal dieses filigrane Zweirad in meinem Zimmer und ich muss mich wohl oder übel damit anfreunden, dieses auch zu benutzen. Lange aufgeschoben ist es nun soweit. Die Gazelle ist zerlegt und beim Lackierer und ich fahre nun die ersten 60 km mit meinem Randonneur. Anfangs muss ich, von außen betrachtet, wohl gefahren sein wie eine Großmutter, aber mit wachsenden Vertrauen in das Gefährt macht es immer wieder Spaß reinzutreten.

Fahrgefühl

Die Gazelle ist ein tolles Fahrrad, was ich sicher auch weiterhin innerhalb Bremens fahren werde aber, ist sie doch nur ein Fortbewegungsmittel, wenn auch liebgewonnen. Das Milanetti, das ist der Namen dieses schicken Geräts, hingegen hat mir die Freude am Fahren wiedergegeben. Mittlerweile fahre ich auch kurze Strecken gerne mit dem Fahrrad. Natürlich auch weil das Milanetti viel leichter ist. Wenn ich die Gazelle ein paar mal aus dem Keller schleppe, kann ich das abendliche Training weglassen.

Auch die schiere Zahl von Komplimenten, die ich für dieses Fahrrad erhalte, erfreut mich. Sogar abkaufen wollte man mir das Milanetti schon. Meine Antwort darauf: „Das verkaufe ich nicht!“

 

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